Tikun Olam - die Welt heilen

Weltkugel

Viele Juden – vor allem in Nordamerika, aber auch weit darüber hinaus – verstehen unter Tikkun Olam das Streben nach sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen, Juden und Nichtjuden gleichermaßen. Häufig schließt dies auch Tierschutz (Za’ar Ba’alei Chaim) und Naturschutz (Bal Taschchit) mit ein. Synagogen haben ihre Projekte, von Suppenküchen für Obdachlose in der eigenen Stadt bis zur Hilfe für Katastrophen- und Kriegsopfer in der ganzen Welt. Es gehört heute zum guten Ton für Kinder, als Teil ihrer Bar- oder Batmizwa-Vorbereitung auch ein «Tikkun-Olam-Projekt» zu machen und Spenden dafür zu sammeln.


Für einen großen Teil der Juden ist das aktive Streben nach Tikkun Olam nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern das wichtigste Element ihres jüdischen Lebens: das, was sie mit dem Judentum und mit anderen Jüdinnen und Juden verbindet, während sie mit den traditionellen halachischen Formen des Judentums oft wenig anfangen können.


[Rabbiner Nils Ederberg, Jüdische Allgemeine vom 26.09.2016]

Miriam Marie Ariel und ihr Lebensgefährte, Pastor Richard Olson  im August 2021

Miriam Marie Ariel, die sich diesem Denken verpflichtet fühlt, schreibt dazu folgendes:


There is a great deal of work to be done to repair our world, Tikkun Olam, starting with the climate crisis and social & economic inequality.  The Jerusalem Talmud says, “Whoever destroys a single life is considered to have destroyed the whole world, and whoever saves a single life is considered to have saved the whole world,” and Rabbi Tarfon said, “It is not your duty to finish the work, but neither are you at liberty to neglect it” (Pirkei Avot 3).  I feel obligated to take part in Tikkun Olam, and I believe that every action to make life better for our world — even a small action — matters.


[Miriam Marie Ariel, August 2021] 


Es gibt in der Tat viel zu tun, um unsere Welt zu reparieren, Tikkun Olam, angefangen bei der Klimakrise und der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit. Im Jerusalemer Talmud heißt es: "Wer ein einziges Leben vernichtet, gilt als derjenige, der die ganze Welt vernichtet hat, und wer ein einziges Leben rettet, gilt als derjenige, der die ganze Welt gerettet hat", und Rabbi Tarfon sagte: "Es ist nicht Deine Pflicht, das Werk zu vollenden, aber es steht Dir auch nicht frei, es zu vernachlässigen" (Pirkei Avot 3).

Tikkun Hebr

Ich fühle mich dazu verpflichtet, mich an Tikkun Olam zu beteiligen, und ich denke, dass jede noch so kleine Handlung, die das Leben in unserer Welt verbessert, wichtig ist.


[Übersetzt von Barbara M. Rubert M.A., August 2021]